XinJiang – und der Unfall im Westen von China

Nach der ganzen Bürokratie der Einreise waren wir nun endlich wieder unterwegs.  Strahlend blauer Himmel, eine perfekte und wenig befahrene Autobahn,  wunderschöne Landschaften – ein echt tolles Gefühl hier mit unseren V-Stroms zu fahren. Ich glaube nicht das hier schon viele Suzuki V-Stroms durchgefahren sind.  Irgendwie ein echt cooles Gefühl. Wir befinden uns gerade auf der Route der alten Seidenstraße, die von den Chinesen sehr modern ausgebaut wurde.

Wir waren mehr als drei Stunden unterwegs. Ein perfekter Tag an dem wir einen neuen km Rekord aufstellen konnten. An der Grenze haben wir jedoch etwas Zeit verloren. Ich habe einen strickten Zeitplan, und muss wirklich rechtzeitig nach London um mein Studium beginnen zu können. Wir haben noch zehn Tage und ca. 5.000km bis Shanghai. Zur Not muss ich halt von einer anderen Stadt zurückfliegen. Für alles gibt es eine Lösung bzw. einen Weg – das habe ich von meinem Vater gelernt.

 

Wie immer haben wir jede Stunde eine kurze Pause gemacht. Papa hat seine Tasche abgeschnallt, das Werkzeug herausgeholt und eine Schraube am Motorrad nachgezogen. Eine kleine Gruppe von amerikanischen Touristen waren auch dort und haben mit uns Bilder gemacht. Anschließend ging es gleich weiter. Die Autobahn war leer und wir sind zügig vorangekommen.

Doch dann ist etwas passiert womit wir nicht gerechnet hatten. Auf völlig leerer Autobahn ist Papa mit dem Motorrad gestürzt.

Ich habe gesehen wie das Motorrad bei ca. 140km/h eine Art Vollbremsung gemacht hat und dabei ins Schleudern gekommen ist. Alles ging so schnell und schon lagen das Motorrad und Papa auf der Autobahn. Ich konnte das nicht glauben. Was war passiert? Ist die Reise jetzt vorbei? Zum Glück ist mein Papa aufgestanden. Scheinbar ist nichts schlimmeres passiert.

 

Ein Auto hat anghalten und zwei Männer haben geholfen das Motorrad von der Fahrbahn an den Rand zu schieben. Schnell war klar was wirklich passiert ist. Bei der letzten Pause hatte Papa vergessen die Tasche/Rolle richtig zu befestigen. Diese ist dann beim Fahren hinten runter gerollt. Die Tasche wurde vom Hinterrad erfasst und reingezogen. Die Tasche hat also die Vollbremsung und somit den Sturz ausgelöst. Zum Glück haben wir gute Kleidung, Helme, Sturzbügel und Seitenkoffer. Das hat wirklich schlimmeres verhindert.

Papa hatte Schmerzen an der Schulter. Scheinbar hat er sich das Schlüsselbein gebrochen und wir mussten zum Arzt. Die Chinesen waren sehr hilfsbereit und haben Papa mit dem Auto ins Krankenhaus gebracht. Ein anderer Chinese und ich sind mit den Motorrädern hinterhergefahren. Im Krankenhaus wurde die Schulter geröntgt und bestätigt das das Schlüsselbein gebrochen war.

 

 

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